Am 14. Juni 1871 wurde die Dessauer Zucker-Raffinerie gegründet und am 1. September 1871 in das Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen war gegründet worden, um hier das von den Chemikern Max und Emil Fleischer entwickelte Verfahren der Zuckergewinnung durch Melasseentzuckerung mit Hilfe von Strontium-Verbindungen in die industrielle Praxis zu überführen. Mittels dieses Verfahrens ließ sich einfach und kostengünstig Konsumzucker gewinnen. Die Zucker-Raffinerie entwickelte sich zu einem der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen unserer Stadt, zu dem auch die Strontian- und Pottaschefabrik in Roßlau gehörte. Anlässlich der Entstehung der Dessauer Zucker-Raffinerie vor 150 Jahren bereiten das Stadtarchiv Dessau-Roßlau und das Museum für Stadtgeschichte Dessau derzeit unter dem Titel Zucker aus Rüben – Ein „Kraftstoff der Moderne“ eine Ausstellung vor, die nicht nur die Geschichte der Dessauer Zucker-Raffinerie bis hin zur heutigen Gärungschemie Dessau GmbH beleuchten wird.

Zucker aus Rüben – Ein „Kraftstoff“ der Moderne

Ausstellung des Stadtarchivs Dessau-Roßlau und des Museums für Stadt­geschichte Dessau
26. September 2021 bis 31. Januar 2022
Orangerie beim Schloss Georgium

Mit dem Anbau von Zuckerrüben und der Rübenzuckerindustrie waren auch moderne technische Entwicklungen und zahlreiche Innovationen in Agrarwirtschaft, Maschinenbau, chemischer Industrie sowie Nahrungs- und Genussmittelproduktion verbunden, sie hatte aber auch großen Einfluss auf Alltagsleben, Politik, Kultur, Migration und zahlreiche andere gesellschaftliche Bereiche. Diese komplexen Zusammenhänge werden in der Ausstellung für Dessau-Roßlau und die Region Anhalt anhand von zahlreichen Objekten, Modellen, Grafiken, Fotos und Filmaufnahmen erstmals in den Blick genommen.

Bild
Eine Zuckerdose aus den Beständen des Museums für Stadtgeschichte Dessau

Zucker war einst ein Luxusgut. Mit dem wachsenden Produktionsvolumen von Rübenzucker konnten sich spätestens ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts aber auch die Angehörigen der ärmeren Bevölkerungsschichten Zucker für das Süßen von Kaffee oder Tee und zuckerhaltige Produkte wie Bonbons, Marmelade, Süßgebäck, Kuchen und Torten leisten. Wohl in jeder Familie standen Zuckerbehälter in der Vorratskammer oder Zuckerdosen auf dem Esstisch. Auch diese Veränderungen im Alltagsleben der Menschen sollen in der Ausstellung gezeigt werden. Hierfür suchen die Ausstellungsmacher noch nach aussagekräftigen Objekten, insbesondere Zuckerdosen und Vorratsbehältern für Zucker, mit denen eine außergewöhnliche Geschichte oder eine besondere Erinnerung verbunden ist. Auch Zuckertüten oder originale Süßigkeitenverpackungen – z.B. von der Firma Flemming oder der Schokoladenfabrik RAVIA in Alten sind willkommen. Bitte melden Sie sich mit ihrem Objekt und der damit verbundenen Geschichte im Stadtarchiv Dessau-Roßlau oder im Museum für Stadtgeschichte Dessau. Beide Einrichtungen freuen sich auf Ihre „Schätze“.

Kontakt Stadtarchiv Dessau-Roßlau

Stadtarchiv Dessau-Roßlau
Heidestraße 21
06842 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340/204-1024
E-Mail: stadtarchiv@dessau-rosslau.de

Kontakt Museum für Stadtgeschichte Dessau

Museum für Stadtgeschichte Dessau
Törtener Straße 44
06842 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340/8003790
E-Mail: museum@stadtgeschichte.dessau.de